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Der professionelle Konferenzraum

Teil 1

Ein professioneller Konferenzraum – Was ist das überhaupt? Welche Anforderungen müssen erfüllt sein? Und wo genau liegen eigentlich die Unterschiede zwischen einzelnen Produkten und technischen Lösungen?
All das wollen wir in diesem Blog-Eintrag erklären und aufzeigen warum professionelle Technik in Ihrem Konferenzraum meist die bessere Wahl ist – für Sie und Ihre Kunden.
Sollten Sie schon einmal mit dem Gedanken gespielt haben Ihren Konferenzraum professionell einrichten zu lassen und vielleicht sogar schon ein Angebot eingeholt haben, so werden Sie sich vielleicht über die Kosten des Projekts gewundert und die Haare gerauft haben.
Sicherlich sind die Kosten bei der Ausstattung Ihres Konferenzraums einer der größten Faktoren – stellt man Kosten und Nutzen jedoch gegenüber so werden Sie in den allermeisten Fällen jedoch von einer „Investition in die Zukunft“ sprechen.
In nahezu jedem professionellen Konferenzraum hängen Projektoren und Leinwände, doch welcher Projektor und welche Leinwand sind die richtige Wahl?
Grundsätzlich sollten bei der Wahl der Leinwand einige einfache Regeln beachtet werden, die vielen sicherlich unbekannt, jedoch enorm wichtig sind:

Die Größe

Anders als viele vielleicht glauben mögen, ist größer nicht gleich besser. Die Bildbreite sollte hier in etwa dem Faktor 3 zur Entfernung des letzten Sitzplatzes entsprechen. Soll heißen, beträgt der Abstand zum am weitesten entfernten Sitzplatz 15 Meter, so sollte die Leinwand mindestens 5 Meter breit sein, damit auch die letzte Reihe noch erkennen kann, was auf der Leinwand abgebildet wird.

Eine „zu große“ Leinwand hat den negativen Effekt, dass möglicherweise durch Personen die in einer oder mehreren Reihen vor dem Gast sitzen, einiges der Leinwand und damit auch der Präsentation verdeckt wird.
Ist der zu bespielende Raum im Verhältnis zur Raumhöhe extrem lang („schlauchartig“), empfiehlt es sich, eine Delay-Line aus rechts- und/oder linksseitig der Zuschauer
und -hörer angebrachten Monitore zu installieren, auf welchen der auf der Leinwand gezeigte Content gespiegelt wird. So können auch weit hinten sitzende Personen dem Vortrag trotzdem visuell gut folgen.
Hinzu kommt eine Art „Faustformel“, die besagt: die minimale Höhe der Unterkante, sollte nicht „unter der Gürtellinie“ liegen; sprich die Unterkante der Leinwand sollte auf mindestens ca. 1,25m angebracht sein. Diese Faustformel mag bei Heimkino-Installationen entfallen, im professionellen Konferenzraum „schützt“ es eine/n mögliche/n Redner/in und das Publikum vor der unangenehmen Situation, das Gefühl zu haben jemandem „in den Schritt“ zu gucken.
Zudem sollte bereits im Vorfeld einer Installation überlegt werden, welches Format über den Projektor ausgespielt werden soll. Gängig sind die Formate 16:10 oder 16:9, selten findet man auch noch das als veraltet geltende 4:3 Format. Dazu muss gesagt sein, dass neue Projektoren das 4:3 Format gar nicht mehr unterstützen.
Unterschieden werden Leinwände zudem in der Art ihrer Installation und Bedienung; es gibt motorische, Kurbel- und Frame-Leinwände.
Während motorische und Kurbel-Leinwände sich nach Gebrauch einfahren lassen und damit einen Konferenzraum bei Nicht-Nutzung des Projektors nicht „verschandeln“, sind Frame-Leinwände starr auf einem Rahmen montiert. Dieser augenscheinliche Nachteil, ist zugleich der große Vorteil einer Frame-Leinwand. Denn während motorische und Kurbel-Leinwände nach einiger Zeit rechts- und linksseitig unschöne Wellen werfen können, die das projizierte Bild verzerren, bleibt die Frame-Leinwand durch ihren Rahmen qualitativ konstant. Lediglich übliche Gebrauchsspuren wie „Fettfinger“, Verfärbungen oder Kratzer durch das Abwischen des Leinwandtuchs führen irgendwann zum Ableben einer Frame-Leinwand. Diese Gebrauchsspuren machen allerdings auch vor motorischen und Kurbel-Leinwänden keinen Halt.
Der Unterschied zwischen motorischer und Kurbel-Leinwand liegt einzig und allein in ihrer Bedienung: während bei der Kurbel-Leinwand die eigene Körperkraft zum Ein- und Ausfahren der Leinwand genutzt werden muss, erledigt die motorische Leinwand dies auf Knopfdruck selbst.

Auf- oder Rückprojektion?
Neben den Unterschieden in Installation und Bedienung, gibt unterschiedliche Arten der Projektion von einem Projektor auf eine Leinwand. Die beiden gängigsten sind die Auf- und die Rückprojektion. Beide Systeme haben sowohl ihre Vor- aber auch ihre Nachteile.

Bei der Aufprojektion sitzen die Zuschauer auf der gleichen Seite der Leinwand, auf der sich auch der Projektor befindet. Im Vergleich zu gleichwertigen Rückprojektionen können hier kleinere Projektoren verwendet werden. Leider entstehen bei der Aufprojektion häufig ungewünschte Schatten auf der Leinwand – zum Beispiel durch Moderatoren, die „durchs Bild laufen“ und so den Lichtstrahl des Projektors daran hindern ungestört auf die Leinwand zu treffen. Des Weiteren sollte der Zuschauerraum im besten Fall abgedunkelt sein, um ein möglich gutes Ergebnis zu erzielen – bei Konferenzen, Tagungen oder Seminaren, bei denen von den Teilnehmern oft Notizen gemacht werden, ist das ganz sicher kein Vorteil. Hinzu kommt ein ästhetischer Aspekt – manch ein Publikum empfindet die große weiße Fläche, wenn kein Bild projiziert wird, die für eine Aufprojektion aber unumgänglich ist, als unangenehm und störend.
Mit einer Rückprojektion erreicht man aufgrund der größeren Farbpalette von Leinwänden sehr häufig einen besseren Kontrast und es lassen sich durch Digitalaufdrucke auf dem Leinwandtuch beeindruckende Effekte erzeugen. Wie der Name schon sagt, steht der Projektor bei einer Rückprojektion vom Zuschauer aus gesehen hinter der Leinwand. Daraus folgt wiederrum, dass der sonst vielfältig einsetzbare Raum hinter einer Leinwand entfällt. Generell findet man eine Rückprojektion in Konferenzräumen aber eher selten, da eben dieser benötigte Raum hinter der Leinwand oft gar nicht vorhanden ist. Rückprojektionen kommen häufiger bei großen Tagungen wie Jahreshauptversammlungen vor, bei der dieses Platzproblem nicht existiert. Dennoch wollen wir noch kurz die Vorteile einer solchen Rückprojektion erwähnen, wie zum Beispiel das Ausbleiben von unerwünschten Schatten oder das mögliche Erhalten des Umgebungslichtes im Zuschauerraum. Dabei müssen jedoch Lichtverluste von etwa 20-30% in Kauf genommen werden. Da die Lichtstrahlen des Projektors durch das Leinwandtuch scheinen müssen, sind diese Verluste unvermeidbar.

Noch mehr Informationen zur Wahl der richtigen Leinwand finden Sie in unserem Blog-Eintrag „Welches ist die richtige Leinwand?“.

Welcher Projektor ist für mich der Richtige?
Neben den Unterschieden bei den Leinwänden und der Projektionsart, ist die Wahl des Projektors für die Qualität des wiedergegebenen Bildes auschlaggebend. Grundlegend muss hierbei zwischen Lampen- und Laserprojektor differenziert werden. Während Lampenprojektoren in ihrer Anschaffung verhältnismäßig kostengünstig und für den Einsatz in Heimkino-Anwendungen oder für Gelegenheitsnutzer sicherlich noch immer den besseren Kosten-Nutzen-Faktor erzeugen, werden sie im professionellen und modernen Businessbereich kaum oder gar nicht mehr genutzt.
Das hat neben der höheren Lebensdauer der Lichtquelle eines professionellen Laserprojektors auch mit den nahezu entfallenden Wartungskosten, sowie der höheren Energieeffizienz zu tun. Denn genau hier können Unternehmen in professionellen Konferenzräumen die höheren Anschaffungskosten gegenüber einem Lampenprojektor wieder einsparen. Die Laserlichtquelle eines professionellen Projektors läuft wartungsfrei bis zu 20.000 Stunden, wohingegen die Lampe eines konventionellen Projektors heute im Durchschnitt nach 2.500 bis 3.000 Stunden ausgetauscht werden sollte, um einem möglichen Platzen der Lampe und damit der Beschädigung des Projektors zuvor zu kommen. Ein weiterer deutlicher Pluspunkt des Laserprojektors ist die verschwindend geringe Warmlaufzeit. Während es bei Lampen etwas dauern kann bis sie die optimale Betriebstemperatur erreicht haben, starten Laser praktisch sofort. Ein riesiger Vorteil im Businessbereich, in dem Zeit bekanntlich Geld bedeutet. Wie schon erwähnt finden Lampenprojektoren heute im professionellen AV-Bereich eigentlich keine Verwendung mehr.

Eine Übersicht zu den Unterschieden, sowie Vor- und Nachteilen von Laser- bzw. Lampenprojektoren finden Sie in unserem Blog-Eintrag „Die Vorteile von Laser-Projektoren gegenüber Lampenprojektoren“.

Hier geht es zu Teil 2 des Beitrages